Wie ich meine Instagram-Arbeit finanziere

2017 fing ich an, neben meiner Arbeit als TV-Producerin, auf Instagram hin und wieder über gesellschaftliche und politische Themen zu schreiben.

Anfangs noch unregelmäßig, entwickelte sich im Laufe der Monate daraus ein sehr zeitintensives Hobby – bis ich irgendwann täglich mehrere Stunden in meinen Kanal investierte. Ich recherchierte, verfasste Artikel, plante Inhalte, schoss Bilder – anfangs alleine, irgendwann mit einer Fotografin, beantwortete private Nachrichten zu meinen Klamotten, zu Visaproblemen, zum politischen System der USA, zu tagesaktuellen Geschehnissen, zu verfassungsrechtlichen Sonderfällen… usw. 

Mittlerweile ist dies ein Vollzeitjob – zeitlich gesehen, denn verdient daran habe ich – über drei Jahre lang –  nichts, mehr noch, ich habe investiert: meine Arbeitszeit, aber auch mein eigenes Geld: für die Fotos, für die Grafikdesignerin, genauso wie für meine neue Website. 

Anfang diesen Jahres, war ich an einem Punkt – und diejenigen, die mich hier schon lange begleiten, wissen dies – an dem ich gemerkt habe: so geht es nicht weiter. Ich muss langsam ehrlich zu mir sein und schauen, ob ich es mir langfristig wirklich „leisten“ kann, so viel Arbeitszeit in meinen Kanal und meine Website zu investieren.

Wenn ich dies weiter professionalisieren möchte, muss ich noch mehr investieren (in Arbeitskraft, in Equipment, in Ideen, die realisiert werden möchten). Ich würde so gerne, mit KollegInnen arbeiten – allerdings möchte ich diese auch bezahlen können – dafür braucht es Kapital. Und auch ich kann nicht mehr „umsonst“ 6-7 Stunden jeden Tag an etwas arbeiten, was mir zwar den größten Spaß bringt, aber nicht meinen Kühlschrank füllt – oder die Anziehsachen meiner Kinder kauft.

Da ich aber fest daran glaube, dass meine Arbeit hier nicht nur von Euch (❤️) gerne angenommen wird – sondern noch so voller Potential steckt, habe ich den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt und mir ein Drei-Säulen-Finanzierungsmodell überlegt: S-K-M – auch dies habe ich schon einmal angesprochen. Aber für diejenigen die neu sind, möchte ich darauf eingehen:

  1. S – wie Spenden – seit dem die Website online ist, habt ihr die Möglichkeit zu spenden. Ich danke jeder und jedem, der dies bereits getan hat – und regelmäßig tut. Doch, ich muss auch sagen, dass mich das Überwindung kostet, Euch als LeserInnen um Geld „anzubetteln“ – und würde dies die einzige Einnahmequelle bleiben, müsste ich sehr, sehr häufig regelrechte „Spendenaufrufe“ starten. Irgendwie hätte dies für mich etwas unwürdiges – und ich glaube, Euch würde dies auf Dauer auch unangenehm aufstoßen… deshalb…
  2. …werde ich künftig mit wenigen Firmen kooperieren. Ich habe mir das ganz genau überlegt und stehe da voll und ganz hinter. Doch wer soll das bei mir sein? Irgendwelche politischen Parteien? Wohl kaum. Deshalb suche ich mir Firmen aus – die zu mir als Person, als Elisabeth, gut passen und hinter denen ich stehe. Im Prinzip ist es das, was andere Medienunternehmen auch tun: entweder wird auf deren Websiten Werbung angezeigt, oder vor ihren Videos läuft ein Werbespot, selbst die öffentlich-rechtlichen Sender schalten (sehr begrenzt) Werbung. Mein Lieblingssender in den USA, NPR, finanziert sich über Sponsoren von Firmen, Spenden der HörerInnen und über Merchandizing – sie machen das ganz transparent und offensichtlich. 
  3. Merchandizing: außerdem gibt es bald einen Shop auf meiner Website, wo ihr ein Produkt erwerben könnt – und ebenfalls meine Arbeit unterstützen könnt.

Ich liebe das, was ich hier auf Instagram tue, ich brenne dafür – und ich liebe den Austausch mit Euch. Ich habe noch so viele Ideen, wohin die Reise führen könnte – doch nach drei Jahren muss ich jetzt erstmal ausloten, ob ich mir diese Art der neuen Arbeit, des modernen Journalismus, wortwörtlich leisten kann.

Danke, dass ihr offen dafür seid, diese neuen Wege gemeinsam zu ergründen und herauszufinden, wie man in Zukunft journalistische Inhalte auf die Plattformen bringt, auf denen man auch in Zukunft Menschen erreichen wird. 

Ich danke Euch für Euer ehrliches Feedback, Eure lieben Worte, Euren Zuspruch, Eure Unterstützung, Euer Anfeuern und für all das, was wir bisher gemeinsam erschaffen haben.